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Thesis von Marc Czujack
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"Misstrauen in der Organisationsform Virtuelles Unternehmen: Ursachen und Lösungsansätze aus Sicht der Prinzipal-Agent-Theorie."

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Inhaltsverzeichnis

  Abbildungsverzeichnis................................................................................. 2
  Abkürzungsverzeichnis............................................................................... 3
1.

Einleitung..................................................................................................

4
2.

Das Virtuelle Unternehmen: Chancen und Probleme......................................

7
3.

Theoretische Grundlagen: Die Prinzipal-Agent-Theorie...................................

18
4.

Vertrauen und Misstrauen im Virtuellen Unternehmen....................................

25
 

4.1 Annäherung an die Begriffe „Vertrauen“ und „Misstrauen“..........................

25
  4.2 Ursachen für das Misstrauen: Informationsasymmetrien........................... 31
 

4.3 Probleme für das Virtuelle Unternehmen durch Misstrauen........................

37
 
4.4

Lösungsansätze, Handlungsempfehlungen...............................................

 

4.4.1 Kostenintensive Lösungsvorschläge................................................

 

4.4.2 Kostengeringere Lösungsvorschläge zur Unterstützung
vertrauensvoller Zusammenarbeit.............................................................

43
43
 
50
5. Beispiele................................................................................................... 57
6. Fazit......................................................................................................... 63
  Literaturverzeichnis..................................................................................... 65

 

1. Einleitung

Im Zuge der Globalisierung der Informations-, Güter- und Finanzströme rücken die Märkte im globalen Wettbewerb zusammen. Unternehmen aus unterschiedlichen Wirtschaftszweigen und Branchen unterliegen globalen Wirtschaftsprozessen und müssen flexibel auf dynamischen Märkten agieren. Das Zusammenrücken der Märkte wird ermöglicht durch Informations- und Kommunikationstechnologie (IuK-Technologie). Durch zeit- und ortsunabhängigen Austausch von Informationen entsteht eine globale Konkurrenz der Unternehmen. Aufgrund dieser Konkurrenz hat der Käufer die Möglichkeit, Produkte in besserer Qualität, in schneller verfügbarer Zeit und zu einem geringeren Preis nachzufragen. Es entsteht ein Käufermarkt.

Unternehmen erkennen diese Herausforderung und reagieren auf den Wettbewerb und auf das Nachfrageverhalten, indem sie das Unternehmen flexibler organisieren, um den Bedürfnissen der Kunden entsprechend zu produzieren.

Eine Organisationsform, die ein schnelles und flexibles Reagieren auf dem Markt ermöglicht, ist die Organisationsform des Virtuellen Unternehmens. Unternehmen schließen sich ad hoc zur Arbeitsteilung zu einem Projekt, d.h. zur Erfüllung eines Auftrags flexibel, zeit- und ortsunabhängig mit ihren Kernkompetenzen zusammen.

Die Organisationsform des Virtuellen Unternehmens wird ermöglicht und getrieben durch IuK-Technologie. Informationen können zwischen den Teilnehmern der Wertschöpfungskette symmetrisch, zeit- und ortsunabhängig verteilt und genutzt werden.

Problemstellung

Bei der Zusammenarbeit der Partner in dem Virtuellen Unternehmen entstehen Fragen und Probleme. Aus dem Merkmal der Inter-Organisation, d.h. des Verzichts auf starre und definierte Grenzen in dem Virtuellen Unternehmen, entsteht bei der unternehmensübergreifenden Zusammenarbeit ein Problem durch den Austausch von teilweise unternehmenssensiblen Informationen. Der Austausch dieser Informationen in dem Virtuellen Unternehmen bedingt Vertrauen. Es besteht jedoch die Möglichkeit, dass die Partner in dem Virtuellen Unternehmen Misstrauen haben, Informationen weiterzugeben. Ein Grund für das Problem des Misstrauens der Partner in dem Virtuellen Unternehmen kann die Möglichkeit der opportunistischen Ausnutzung der Informationen sein. Dieses Szenario einer Informationsasymmetrie, die einseitig opportunistisch ausgenutzt wird und Misstrauen zur Folge hat, kann mit der Prinzipal-Agent-Theorie (PAT) beschrieben und diskutiert werden. Das Phänomen des Misstrauens in dem Virtuellen Unternehmen wird zwar in Fach- und Unternehmensliteratur zu Virtuellen Unternehmen häufiger erwähnt, es fehlt jedoch eine systematische, die Erkenntnisse zusammenfassende und kritisch darüber diskutierende Arbeit.

Deshalb werden in dieser Arbeit folgende Fragen diskutiert und beantwortet:

Welche Faktoren sind für das Entstehen von Misstrauen aus Sicht der Prinzipal-Agent-Theorie in dem Virtuellen Unternehmen verantwortlich?

Welche Auswirkungen hat Misstrauen zwischen den Partnern des Virtuellen Unternehmens aus Sicht der Prinzipal-Agent-Theorie?

Welche Lösungen werden für das Problem des Misstrauens in dem Virtuellen Unternehmen aus Sicht der Prinzipal-Agent-Theorie derzeit angeboten und wie sind diese zu bewerten?

Ziel

Ziel dieser Arbeit ist es mittels der PAT Misstrauen in dem Virtuellen Unternehmen darzulegen, kritisch zu diskutieren, sowie Ursachen und Lösungswege aufzuzeigen.

Aufbau

Nach einer Einführung in das Thema der Herausforderung der Unternehmen im globalen Wettbewerb in Kapitel 1, wird in Kapitel 2 eine mögliche Organisationsform, dieser Herausforderung zu begegnen vorgestellt: das Virtuelle Unternehmen. In Kapitel 3 werden theoretische Grundlagen der PAT erläutert. In Kapitel 4 werden die Ursachen, Probleme und Lösungsansätze eines der wesentlichen Probleme – des Misstrauens zwischen den Akteuren des Virtuellen Unternehmens – aus Sicht der PAT diskutiert. In Kapitel 5 werden Beispiele zur Problematik vorgestellt. Kapitel 6 umfasst die Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse der Arbeit, ein Fazit sowie einen Forschungsausblick.

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Kapitel 2 - 5

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6. Fazit

Diese Arbeit ging von der Problematik aus, dass Misstrauen zwischen den Akteuren in einem Virtuellen Unternehmen Probleme mit sich bringen könnte. Es wurden die Fragen diskutiert, welche Ursachen Misstrauen in einem Virtuellen Unternehmen haben kann, welche Probleme es auslösen kann und welche Lösungsmöglichkeiten die einschlägige Literatur derzeit anbietet. Besonders für ein Virtuellen Unternehmen ist Misstrauen ein Problem, da es auf dezentrale Organisation setzt und damit auf Vertrauen. Die Lösungen sollten kritisch hinterfragt werden. Den theoretischen Rahmen für die Bearbeitung der Fragen bildete die Prinzipal-Agent-Theorie. Die Eignung der Theorie für die Zwecke dieser Arbeit resultiert besonders daraus, dass sie die Vertrauens-Misstrauens-Problematik in den Vordergrund stellt. Als Prinzipal wurde das fokale Unternehmen eines Virtuellen Unternehmens angenommen, als Agent ein anderes beteiligtes Unternehmen.

Es wurde zunächst festgestellt, dass Misstrauen in einem Virtuellen Unternehmen mehrere Quellen haben kann. Misstrauen kann aus einer vor- oder nachvertraglichen Informationsasymmetrie entstehen: Das fokale Unternehmen, der Prinzipal, kennt vor Vertragsschluss möglicherweise die Eigenschaften des beauftragten Unternehmens nicht, dessen wahren Absichten bleiben verborgen oder die Durchführung des Projekts kann nicht oder nur unzureichend beobachtet werden. Diese Situation kann vom Agenten opportunistisch ausgenutzt werden. Aus Misstrauen zwischen den Akteuren entstehen möglicherweise Probleme für das Virtuellen Unternehmen. Auf Grundlage des Misstrauens kann es zu einer vorvertraglichen falschen Partner-Wahl kommen, zu vorvertraglichen irreversiblen Investitionen bzw. nachvertraglichen „sunk cost“ oder zu einem nachvertraglichen moralischen Risiko.

Charakteristisch gerade für das Virtuellen Unternehmen ist die Gefahr einer „Adverse Selection“ und dies gerade in der Anbahnungs- bzw. Gründungsphase. Mit Sicherheit können auch die anderen genannten Probleme auftreten. Jedoch können diese Gefahren durch eine gute ex ante Wahl eines Partner-Unternehmens reduziert werden. Eine gute Wahl kann einerseits Vertrauen schaffen und in Folge für das fokale- und das beauftragte Unternehmen „Agency Costs“ senken. Andererseits kann eine solche Selektion unter Umständen Zeit in Anspruch nehmen, wodurch das fokale Unternehmen in ein Dilemma zwischen einer guten, aber zeitintensiven und einer schnellen aber schlechteren Wahl geraten kann. Eine mögliche Lösung beim ad hoc-Zusammenschluss des Virtuellen Unternehmens ist, bei der Wahl der potentiell beauftragten Unternehmen auf eine gute Reputation zu achten, was zusätzlich vorvertraglich geringere Kosten bedeuten kann.

Die vorgestellten Lösungsvorschläge zielen darauf ab, dass der Agent motiviert wird und Anreize hat transparenter zu werden, so dass das notwendige vertrauensvolle kooperative Arbeiten ermöglicht wird.

Hat der Agent einmal Informationen über seine Absichten und sein Handeln in dem Virtuellen Unternehmen transparent gemacht, so kann dies einen langfristigen positiven Effekt haben. Der Agent baut sich eine Reputation auf, so dass er möglicherweise mit Folgeaufträgen rechnen kann, wenn wieder ein Virtuellen Unternehmen gebildet wird. Aus dieser Untersuchung kann der allgemeine Schluss gezogen werden, dass die Prinzipal-Agent-Beziehung im Virtuellen Unternehmen grundsätzlich in einem Dilemma zwischen Vertrauen und Kontrolle steckt.

Fraglich bleibt, wie die bilateralen Prinzipal-Agent-Beziehungen in einem komplexen Netzwerk von Partner-Unternehmen funktionieren. Es könnte Untersucht werden, welchen Effekt es hat, wenn gleich auf mehrere Partner Rücksicht genommen werden muss, und wenn bspw. alle Partner motiviert sind vertrauensvoll zusammenzuarbeiten und ein Partnerunternehmen Anlass für Misstrauen gibt. Auch ist bisher nicht untersucht worden, ob eine fortschreitende Automatisierung mittels IuK-Technologie einen geringeren Bedarf an Kontrolle und damit geringere „Agency-Costs“ generiert und damit die Misstrauens-Problematik in dem Virtuellen Unternehmen entschärft werden kann.

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